Frauen für den Nahen Osten e.V.

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Projekte

 


Nähwerkstatt für Frauen im Gefängnis in Sudan



Viele Frauen sitzen im Sudan wegen Schuldhaft im Gefängnis. Oft sind es Beträge von gerade mal 50 Euro, die ihnen fehlen. Deswegen werden sie von ihren Kindern getrennt und hinter Gitter gesteckt.


Safiya, Medizinstudentin an der Fakultät in Khartoum, hat 2017 gemeinsam mit Freunden die Initiative Mahabba gegründet, um Frauen aus dieser Schuldenfalle zu helfen: Sie ermöglichten den Inhaftierten im Gefängnis in einer Nähwerkstatt Taschen zu produzieren. Diese verkauften sie zunächst an Freunde und über die sozialen Medien, bald auch über Verkaufsstellen in der Stadt. Mit dem Gewinn können die Frauen ihre Schulden begleichen und werden in die Lage versetzt, künftig für den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sorgen. Innerhalb kurzer Zeit konnten sie so 1.500 Taschen verkaufen und 30 Frauen helfen.


Die Nachfrage und der Erfolg des Projekts hat Safiya und ihre Freunde ermutigt, nun eine zweite Werkstatt außerhalb des Gefängnisses aufzubauen. Die Nähmaschinen dafür haben wir, Frauen für den Nahen Osten e.V., dank Ihrer/Eurer Spenden finanzieren können. Damit startet Mahabba ab kommende Woche einen Workshop, um auch außerhalb des Gefängnisses Frauen zu ermöglichen, ihren Lebensunterhalt zu sichern.











Unser erstes Projekt: Sawra Elhidir

Eine Frau und ihre Geschichte 


Sawra ist eine der vielen Tausend Syrerinnen, deren Leben durch den Krieg in den vergangenen Jahren aus den Fugen geraten ist. 2017 floh Sawra aus ihrer von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ beherrschten Heimatstadt Raqqa in Nordsyrien.  Die 48jährige Frau ist verwitwet. Ihr Mann kam 2014 bei einer Bombardierung ums Leben. Die beiden hatten keine Kinder. Ihr Bruder war vor vier Jahren von den Schergen der IS entführt worden. Seitdem fehlt jedes Lebenszeichen von ihm. 

Sawra verließ Syrien gemeinsam mit zwei ihrer Schwestern. Die ältere Schwester, mit der Sawra floh, ist auch verwitwet und hat einen 12jährigen Sohn. Die jüngere ist gerade 21 Jahre alt. Die drei Frauen und der Junge fanden Zuflucht bei einer weiteren Schwester im Süden der Türkei, in Urfa. 

Eine Frau und das Projekt

Sawra will möglichst schnell selbst für ihre beiden Schwestern und ihren Neffen sorgen. In Syrien hat sie 15 Jahre als Schneiderin gearbeitet. Doch in der Türkei fehlt es ihr an Ausrüstung, Kapital und auch dem Netzwerk, um mit ihrem Können Geld zu verdienen. Davon erfährt unsere türkische Partnerorganisation AVAZ, die sich als NGO für Geflüchtete an der syrischen Grenze einsetzt (www.avaz.org.tr). AVAZ vermittelt uns den Kontakt zu Sawra - und damit zum ersten Projekt von „Frauen für den Nahen Osten e.V.“ (FfdNO).

Über AVAZ helfen wir Sawra, mit Hilfe von Spendengeldern die notwendige Grundausstattung für eine eigene Schneiderei zu erwerben. Ihre ersten Produkte überzeugen und AVAZ stellt für Sawra Kontakt zu örtlichen Geschäften her, die weitere Ware bei ihr bestellen und sich zudem bereit erklären, ihre Produkte in Kommission zu verkaufen. 

Das Geschäft ist gut angelaufen. Sawra kann jetzt eine kleine Wohnung mit einer Werkstatt für sich und ihre Angehörigen mieten. Das Einkommen bietet den drei Frauen eine Grundlage, um ihr Leben selbstständig zu gestalten und dem Neffen eine Perspektive zu bieten. Unsere Partnerorganisation AVAZ begleitet Sawra weiter mit Rat und Tat. 

Eine Frau und ein Name

„Sawra“, das erste Projekt des Frauen für den Nahen Osten e.V., ist nicht nur der Name der syrischen Frau, die damit unterstützt wird. „Sawra“ bedeutet auf Arabisch „Revolution“. Damit steht dieser Name für das, wofür unser Verein antritt: für Frauen, die ihrem Leben im Sinne einer individuellen Revolution mit Kraft, Mut und Ideen eine neue Wendung geben und sich aus festgefahrenen Zwängen und Perspektivlosigkeit befreien möchten.